Ich stelle fest, nach so langer Zeit wieder zu schreiben, ist doch recht schwierig. Immerhin passiert hier jeden Tag doch recht viel. Ich werde mich bemühen, öfters etwas zu posten.
Also ich habe mich auf jeden Fall schonmal gut eingelebt und den ruhigen schweizer Rhythmus angenommen. Dennoch wird hier gut geschafft und keine halben Sachen gemacht. Eben ganz anders zu dem hektischen good old Germany. Ich komme bis jetzt sehr gut mit meinen 800 CHF zurecht, obwohl hier gewisse Sachen schon mehr kosten. Fleisch, Schokolade und Milchwaren sind hier schon fast unverschämt teuer. Abends was trinken gehen hingegen hält sich vom Geld her in Grenzen. Eigentlich so wie in Deutschland. OK ich übertreibe es auch nicht und gebe mich mit zwei oder drei Bier zufrieden. Obwohl ich nicht weit nach Hause hätte. Wohne ja nur 5 min von dem Platz mit den meiner Meinung nach zwei angesagten Bar´s entfernt.
Sonst bin ich viel mit meinem super tollen, pinken Fahrrad unterwegs. Eine Gurke sag ich euch. Die Klingel ist so groß wie eine Apfelsine und schränkt schon fast meine Sicht ein. Ich habe mich regelrecht erschrocken, als ich sie benutzten musste. Der Unterschied wird noch gravierender wenn man so um so um sich schaut was andere so fahren. Hightech Bikes, ob Mountenbike mit Scheibenbremsen oder Profi Rennrad. Downhilling (wie ein bekloppter in Vollschutz und vollgefederten Bikes den Berg ab düsen) liegt naturgemäß hier bei der Jungend hoch im Kurs. Und ich sag euch das ist kein Kinderschlecken. Ich habe Strecke nur kurz informationshalber von oben angeschaut. Man muss echt krank sein dort runter zu düsen. Ich hingegen begnüge mich mit der normalen Straßen und Fahrradwegen. Für mich steil genug wenn´s Berg ab geht.
Karfreitag war ich mit dem Velo im Taubenloch. Eine Schlucht wo früher, als man noch schwarzweiss Bilder gemacht hat, wohl weisse Tauben wohnten. Heute steht da ein kleines Wasserkraftwerk. So richtig ins Taubenloch bin auch nicht gekommen, denn irgendwo stand auf französisch "mit dem Fahrrad verboten". PFF Etwas später haben mich nette Leute mehr oder weniger verständlich darauf aufmerksam gemacht, dass es hier nicht erwünscht sei mit dem Velo zu fahren. Und da der Weg immer enger wurde, sah ich auch ein, ok… ich dreh um. Was dummer weise hiess, Berg auf. Erster Gang und gibt ihm. Leute überholten mich. Ich sie wiederum innerlich lachend Berg ab. Bis mein lachen verstummte und ich lernen musste, dass hinter jeder Kurve der nächste Berg wartet.
Heute habe ich eine 30 Km Tour am Bieler See entlang gemacht. Dabei natürlich die schärfsten Gebäude gesehen und photographisch festgehalten. Sichtbeton ist hier, zu meiner Freude, sehr sehr beliebt. Ob Luxusvilla oder "sozialer" Wohnungsbau. Es werden eben schweizertypisch keine Kompromisse gemacht mit so kleinen, peinlichen Fenstern. Hier heisst es oft Wand oder Öffnung. Fantastisch, mein Auge erfreut sich sehr. Im übrigen werden hier nach dem gleichen Prinzip auch moderne Holzhäuser gebaut. Egal wie, es ist fast immer die bessere, einzig Wahre, Architektur die es hier zu bewundern gilt.
Bilder folgen, müssen noch bearbeitet werden. VERSPROCHEN
bis spätli

Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen